„Wir können uns darüber hinwegsetzen“

Es geht um Steuergelder in Millionenhöhe, und den Verdacht, dass sie nach parteipolitischen Interessen verteilt wurden. Projekte seien auf Drängen der Berliner CDU nicht inhaltlich geprüft und ohne Kriterien vergeben worden. Seit Monaten beschäftigt die Fördergeldaffäre Berlin. Wir haben dazu bereits tausende Seiten interner Dokumente und den Bericht der Antikorruptionsbeauftragten veröffentlicht. Jetzt veröffentlichen wir WhatsApp-Nachrichten zwischen der verantwortlichen Kultursenatorin und zwei CDU-Abgeordneten. 

Die Nachrichten zeigen, wie offensiv ein CDU-Abgeordneter Druck machte, damit die Fördergelder ohne ausreichende Prüfung ausgezahlt werden. Und sie dokumentieren, wie Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson bereit war, die geltenden Vorschriften zu ignorieren.

Die Verwaltung hat mehrmals gewarnt

Rund 10 Millionen Euro standen 2025 in Berlin für Projekte gegen Antisemitismus zur Verfügung. Mehr als ein Drittel des Geldes hatte der Berliner Kultursenat für sogenannte „Projekte von besonderer politischer Bedeutung“ verplant. Dieses Geld sollte auf Basis einer von CDU-Abgeordneten erstellten Liste vergeben werden – ohne inhaltliche Prüfung. Beamt*innen der Kulturverwaltung warnten mehrmals, dass dieses Vorgehen gegen die Landeshaushaltsordnung verstoßen könnte. Dennoch hielten sowohl der frühere CDU-Kultursenator Joe Chialo als auch seine parteilose Nachfolgerin Sarah Wedl-Wilson an der Liste fest.

Eine zentrale Rolle in der Fördermittelaffäre spielen der Berliner CDU-Fraktionsvorsitzende Dirk Stettner und der haushaltspolitische Sprecher der Berliner CDU Christian Goiny. Sie erstellten die Liste der 18 zu fördernden Projekte gemeinsam mit dem damaligen Kultursenator Joe Chialo bei einem Treffen im Februar 2025. Zudem übten sie wiederholt Druck auf die Verwaltung aus und nach Chialos Rücktritt auch auf seine Nachfolgerin Wedl-Wilson. 

Wir veröffentlichen die WhatsApp-Nachrichten zwischen den beiden Abgeordneten und der Senatorin, die wir über das Informationsfreiheitsgesetz erhalten haben. Der vollständige Chatverlauf zeigt eindrücklich, wie konkret die CDU-Männer Druck aufgebaut haben, um ihre Förderliste durchzusetzen.

Wir veröffentlichen zwei separate WhatsApp-Chats. Die Senatorin schreibt jeweils getrennt mit den Abgeordneten. Beide Chats beginnen Mitte Mai 2025 – knapp zwei Wochen nach dem Rücktritt von Joe Chialo als Kultursenator. Sarah Wedl-Wilson übernimmt direkt nach dem Rücktritt kommissarisch die Geschäfte und ab 22. Mai 2025 auch offiziell das Amt der Kultursenatorin. 

Die Namen der Abgeordneten sind geschwärzt. Laut unseren Recherchen lassen sich die Chats jedoch eindeutig Christian Goiny und Dirk Stettner zuordnen. 

Wir haben Dirk Stettner, Christian Goiny und Sarah Wedl-Wilson gebeten, sich zu den nachfolgenden Nachrichten zu äußern. Niemand von ihnen wollte die Chatinhalte und die daraus resultierenden Fragen kommentieren. Sie verwiesen auf den laufenden Untersuchungsausschuss zur Fördermittelaffäre. 

 

Die Nachrichten von Christian Goiny beginnen mit Glückwünschen an die neue Position als Senatorin. Im weiteren Verlauf wird Goiny jedoch deutlich offensiver, fordernder und zuweilen auch beleidigend – vor allem mit Blick auf Wedl-Wilsons Mitarbeiter*innen. 
 

Mo, 12.05.2025

  1. Guten Morgen, liebe Sarah! Zunächst auch von mir herzlichen Glückwunsch zur Ernennung zur Senatorin! (…) Ich habe aber auch eine dringende Bitte, auch im Namen der Fraktion: bei euch im Haus liegen noch von Joe bewilligte Projektanträge gegen Antisemitismus. Die sind alle geprüft (…) und über unser Fraktionsticket finanziert. (…)

    Guten Morgen, liebe Sarah! Zunächst auch von mir herzlichen Glückwunsch zur Ernennung zur Senatorin! Ich unterstütze Dich gerne bei dieser für unsere Stadt wichtigen Aufgabe, sowohl als [geschwärzt] als auch als auch [geschwärzt] zuständiger Abgeordneter. Ich bin gerade auf dem Weg zum Flughafen, da der Medienausschuss diese Woche in London weilt.

    Ich habe aber auch eine dringende Bitte, auch im Namen der Fraktion: bei Euch im Haus liegen noch von Joe bewilligte Projektanträge gegen Antisemitismus. Die sind alle geprüft, [geschwärzt] und über unser Fraktionsticket finanziert. Oli hat die seit März nicht bearbeitet. Unsere dringende Bitte ist, den Antragstellern diese Woche die Bewilligungsbescheide zukommen zu lassen. Falls Du noch Fragen hast, kannst Du Dich gerne jederzeit bei mir melden. [geschwärzt] ist auch im Bilde. Es eilt wirklich sehr!

    Vielen Dank für Deine Unterstützung und viele liebe Grüße, [geschwärzt]

    Goiny,

  2. Danke für die Wünsche! (…) Zu den Anträgen: ich weiss am Rande davon und sehe sie mir heute Vormittag an, um das diese Woche voranzutreiben. (…)

    Danke für die Wünsche!

    Bin voller Tatendrang und freue mich auf die Aufgabe mit euch allen.

    Zu den Anträgen: ich weiss am Rande davon und sehe sie mir heute Vormittag an, um das diese Woche voranzutreiben.

    Gute Reise in meine Heimatstadt!

    Herzlich,

    Sarah

    Wedl-Wilson,

Fünf Tage und einen Anruf später klingen die Nachrichten schon anders. Goiny wirft der Kulturverwaltung vor, „links und antisemitisch“ durchsetzt zu sein. Deshalb sei davon auszugehen, dass die Verwaltung die Entscheidung über die Vergabe der Fördergelder verzögern würde.

Sa, 17.05.2025

  1. Liebe Sarah!
    Nach Rücksprache mit [geschwärzt], wird von dort kein Schreiben kommmen, da sie nicht den Eindruck erwecken wollen, dass sie sich in die Entscheidungsprozesse des Senats einmischen, zumal davon auszugehen ist, angesichts der links und antisemitisch durchsetzten Kulturverwaltung, dass solche Vermerke weiter gegeben werden. (…)

    Liebe Sarah!

    Nach Rücksprache mit [geschwärzt], wird von dort kein Schreiben kommmen, da sie nicht den Eindruck erwecken wollen, dass sie sich in die Entscheidungsprozesse des Senats einmischen, zumal davon auszugehen ist, angesichts der links und antisemitisch durchsetzten Kulturverwaltung, dass solche Vermerke weiter gegeben werden.

    Da aber die Anträge, von uns geprüft, entscheidungsreif bei Dir vorliegen, bitte ich höflich darum, dass Du am Montag veranlasst, dass die Bewilligungsbescheide unterschrieben und an die Antragsteller versandt werden. Wir haben bereits 5 Monate in diesem Jahr verloren, ohne, dass ein einziger unserer Anträge bewilligt wurde, obwohl der Topf auf unsere Initiative und als Fraktionsticket finanziert wurde.

    Alle Projekte brauchen dringend die Bewilligung, damit sie loslegen können. Es ist nach außen, auch gegenüber [geschwärzt], nicht mehr vermittelbar, warum die Kulturverwaltung in Person des alten Senators und der beiden Staatssekretäre, resp. künftigen Senatorin, keine Entscheidung fällt. Auch in der Fraktion ist das Niemandem erklärbar.

    Du hast jetzt die Chance, quasi als erste Amtshandlung d a ein starkes Signal zu setzen und zu zeigen, dass uns die Solidarität mit Israel und der Kampf gegen Antisemitismus nicht nur in Festansprachen wichtig ist…

    Vielen Dank und viele liebe Grüße [geschwärzt]

    Goiny,

  2. Wedl-Wilson,

Do, 22.05.2025

  1. Liebe Sarah, jetzt noch einmal offiziell herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg! In Sachen unserer Antisemitismus Projekte. Bitte spätestens Montag die Bescheide verschicken. Es eilt wirklich sehr! (…) Wir als Fraktion erwarten, dass alle vorliegenden Bescheide in der kommenden Woche bewilligt und die Antragsteller informiert werden. (…)

    Liebe Sarah, jetzt noch einmal offiziell herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg! In Sachen unserer Antisemitismus Projekte. Bitte spätestens Montag die Bescheide verschicken. Es eilt wirklich sehr! Sollte es bei dem einen oder anderen Projekt noch Fragen geben, teile mir bitte morgen mit, bei welchem und welche Fragen. Ich möchte aber vorsorglich darauf hinweisen, dass wir nach zweimonatigem Nichtstun der Verwaltung jetzt nicht in eine detaillierte Antragsprüfung einsteigen, mit dem Ziel, die Auszahlung der Mittel um weitere Wochen zu verzögern. Wir als Fraktion erwarten, dass alle vorliegenden Bescheide in der kommenden Woche bewilligt und die Antragsteller informiert werden! Vielen Dank für Deine Bemühungen und viele liebe Grüße, [geschwärzt]

    Goiny,

Goiny verschickt einen Link der Berliner Zeitung, dass Antisemitismus in Berlin auf einem Rekordhoch sei. Die von der CDU ausgewählten Projekte könnten laut Goiny dagegen etwas tun. Laut Recherchen des Spiegel und des Tagesspiegel ist der Beitrag der geförderten Projekte zur Antisemitismusbekämpfung jedoch äußerst fragwürdig. 

Goiny verschickt parallel am 20.05.2025 ein mehrseitiges Schreiben per E-Mail an Wedl-Wilson und erinnert am 28.05.2025 erneut daran. Darin sind alle Projekte gelistet, die gefördert werden sollen. Wedl-Wilson antwortet Goiny per WhatsApp-Nachricht. 

Di, 27.05.2025

  1. (…) Du bist mit deiner Mail drei Tage zu früh: ich hatte dir zugesagt, dass diese Woche, die noch bis Freitag geht, die ersten Bescheide rausgehen werden. Wir sind hier auch im zeitlichen Plan. Für die Projekte, wo die Unterlagen noch nicht vollständig sind, ist Olis Bereich jetzt intensiv dran, alles rechtzeitig in nächster Zeit einzuholen. (…)

    Lieb [geschwärzt],

    Du bist mit deiner Mail drei Tage zu früh: ich hatte dir zugesagt, dass diese Woche, die noch bis Freitag geht, die ersten Bescheide rausgehen werden. Wir sind hier auch im zeitlichen Plan. Für die Projekte, wo die Unterlagen noch nicht vollständig sind, ist Olis Bereich jetzt intensiv dran, alles rechtzeitig in nächster Zeit einzuholen. Ich halte dich hierzu auf dem Laufenden. Danke und herzlich, Sarah

    Wedl-Wilson,

  2. (…) Die Formulierung, “rechtzeitig, in nächster Zeit” ist daher nicht akzeptabel! Die Verabredung war, dass alle Projekte jetzt so bewilligt werden. Das hattest Du auch zugesagt. (…)

    Liebe Sarah! Vielen Dank für die schnelle Nachricht! Bis Freitag müssen bitte allerspätestens sämtliche Bescheide raus!

    Wg der schlechten Erfahrungen mit Oli und seinem Fachbereich bei diesem Thema, bitte ich höflich, mir noch heute mitzuteilen, bei welchen Projekten welche Informationen fehlen? Nach meiner Kenntnis, ist das bei keinem Projekt der Fall. Es ist auch nicht akzeptabel, dass Olis Bereich, nach 3 Monaten der Untätigkeit jetzt in eine ausführliche Prüfung eintritt und sich alle möglichen Dinge ausdenkt, die jetzt noch abgefragt werden müssen. Die Formulierung, “rechtzeitig, in nächster Zeit” ist daher nicht akzeptabel! Die Verabredung war, dass alle Projekte jetzt so bewilligt werden. Das hattest Du auch zugesagt.

    Ich würde mich sehr freuen, wenn diese Taktiererei endlich ein Ende hat und die Antragsteller endlich loslegen können. Ich habe in der Sache keinen einzigen konkreten Grund gehört, der dagegen spricht…

    Sei bitte so lieb und entscheide das jetzt endlich! Unsere Glaubwürdigkeit hat in der Israelisch-jüdischen Community schon jetzt erheblich gelitten. Noch geht die Kritik mit Joe nach Hause, aber jeden Tag, den sich das verzögert, fragen die Leute, warum die neue Senatorin nicht endlich entscheidet… Viele Dank und viele liebe Grüße, [geschwärzt]

    Goiny,

  3. Wedl-Wilson,

Was in dem Telefonat besprochen wurde, können wir nicht rekonstruieren. Laut den internen Akten, die wir veröffentlicht haben, ging es vermutlich um unvollständige Anträge. Unterlagen nachzufordern, gestaltete sich „mühsam“. Eine Stunde zuvor wurde intern eine entsprechende E-Mail verschickt.

Nur eineinhalb Stunden nach dem Telefonat gehen die Nachrichten weiter. Goiny beschuldigt den Staatssekretär Oliver Friederici, dass er lügen würde und in der Verwaltung „krasse Antisemiten“ sitzen würden, die „sabotieren“. Der Druck scheint Wirkung zu zeigen. Die Senatorin zitierte Verwaltungsmitarbeitende zu sich.

Di, 27.05.2025

  1. (…) Die Aussage von Olis Verwaltung ist fake news. Ich würde das mal intern aufklären, warum man die Senatorin anlügt! Da sitzen krasse Antisemiten in der Verwaltung, die unsere Projekte sabotieren. Das sagen wir schon seit geraumer Zeit! (…)

    Liebe Sarah!

    Wir lassen uns gerade noch mal die Anträge in der Version schicken, wie sie bei Euch eingereicht worden sind. Alle haben einen Finanzierungsplan. Die Aussage von Olis Verwaltung ist fake news. Ich würde das mal intern aufklären, warum man die Senatorin anlügt! Da sitzen krasse Antisemiten in der Verwaltung, die unsere Projekte sabotieren. Das sagen wir schon seit geraumer Zeit!

    Ich kann Dir die Anträge gerne zu senden. Ich schlage daher vor, die Anträge morgen zu bewilligen! Viele liebe Grüße, [geschwärzt]

    Goiny,

  2. Ich habe gerade die Mitarbeiter zu mir geholt. Morgen werden alle Antragsteller angeschrieben und die fehlenden Infos eingeholt. Und das erste Projekt habe ich soeben genehmigt und den Bescheid digital unterschrieben. Eine schwere Geburt!! Aber wir kommen hin. (…)

    Ich habe gerade die Mitarbeiter zu mir geholt. Morgen werden alle Antragsteller angeschrieben und die fehlenden Infos eingeholt. Und das erste Projekt habe ich soeben genehmigt und den Bescheid digital unterschrieben. Eine schwere Geburt!! Aber wir kommen hin. Und gewinnen Erkenntnisse, wie du sagst. Schönen Abend, lieb [geschwärzt]

    Wedl-Wilson,

  3. Großartig! Herzlichen Dank! Wenn Du das hinbekommst, werden sie Dich feiern!

    Goiny,

Doch der freundliche Ton ist nur von kurzer Dauer. Schon einen Tag später wird Goiny bestimmend und ausfallend. Hintergrund: Die Kulturverwaltung wollte von den geförderten Projekten, dass sie einen Eigenanteil in Höhe von zehn Prozent der Fördersumme beisteuern müssen. Dies wäre die übliche Praxis und ist auch so in der Landeshaushaltsordnung festgeschrieben. Dass Projekte ohne jegliche Eigenbeteiligung finanziert werden, ist laut Vorgaben nur in Ausnahmefällen möglich. Die Verwaltung weist die Senatorin darauf hin und empfiehlt ihr, an den Vorgaben festzuhalten. Und auch die Antragsteller werden darüber informiert – was Goiny offenbar verärgert. Er droht mit einem „Stellungskampf“. Senatorin Wedl-Wilson stellt ihm gegenüber klar, dass die Förderung ohne Eigenmittel der Projekte gegen die  Landeshaushaltsordnung verstoßen würde – und stellt im gleichen Satz klar, dass sie genau das tun werde.

Mi, 28.05.2025

  1. Liebe Sarah! Ich schicke Dir die einzelnen Projekt Anträge per Mail. Die Verwaltung fängt jetzt an, die Projekte im einzelnen zu prüfen und fordert Kürzungen bei einzelnen Projekten. (…) Das machen wir jetzt bitte nicht! Ich verstehe nicht, warum Du als Senatorin Dir jetzt die Bescheide vorlegen lässt und die abzeichnet! Ein Stellungskampf um jeden einzelnen Antrag und jeden Betrag können wir machen (…)

    Liebe Sarah! Ich schicke Dir die einzelnen Projekt Anträge per Mail. Die Verwaltung fängt jetzt an, die Projekte im einzelnen zu prüfen und fordert Kürzungen bei einzelnen Projekten. Die Verabredung, selbst mit Olis Verwaltung war, dass die Projekte jetzt so bewilligt werden. Jetzt fängt die Verwaltung mit einer Prüfung der Projekte an, wozu seit März Zeit war. Das machen wir jetzt bitte nicht! Ich verstehe nicht, warum Du als Senatorin Dir jetzt die Bescheide vorlegen lässt und die abzeichnet! Ein Stellungskampf um jeden einzelnen Antrag und jeden Betrag können wir machen. Das führt aber wieder zu wochenlangen Zeitverzug und war von Dir anders zugesagt! Ich dachte, mit Deiner Nachricht gestern, es würde laufen. Aber wenn das so jetzt mit jedem Antrag weitergeht, haben wir ein Problem! Meine wirklich herzliche und dringliche Bitte: räume das leidige Thema doch heute endlich ab!!! Vielen Dank und viele liebe Grüße, [geschwärzt]

    Goiny,

  2. (…) es ist meine amtliche Verpflichtung die Bescheide zu unterschreiben, dafür brauche ich sie auf meinen Schreibtisch – genau an diesem Punkt sind wir dran. Ich mach erheblichen Druck und beschleunige! Du darfst davon ausgehen, dass ich alles dran setze!
    Herzlich, Sarah

    Lieb [geschwärzt],

    es ist meine amtliche Verpflichtung die Bescheide zu unterschreiben, dafür brauche ich sie auf meinen Schreibtisch – genau an diesem Punkt sind wir dran. Ich mach erheblichen Druck und beschleunige! Du darfst davon ausgehen, dass ich alles dran setze!

    Herzlich, Sarah

    Wedl-Wilson,

  3. (…) Das neue Problem ist, dass Deine Verwaltung an die Antragsteller Mails versendet, mit dem Hinweis, es sei eine Fehlbedarfsfinanzierung und deshalb müsste die Fördersumme um 10 % gekürzt werden. Das war nicht verabredet. (…)

    Liebe Sarah! 8 Anträge habe ich Dir heute nochmal gemailt. Die sind entscheidungsreif. Das neue Problem ist, dass Deine Verwaltung an die Antragsteller Mails versendet, mit dem Hinweis, es sei eine Fehlbedarfsfinanzierung und deshalb müsste die Fördersumme um 10 % gekürzt werden. Das war nicht verabredet. I m übrigen wurde bei den Projekten, die über die Jury bewilligt wurden, auch nicht so verfahren! Hier werden also von Seiten der Verwaltung weitere Schikanen veranstaltet. Ich möchte an dieser Stelle auch mal darauf hinweisen, dass Du gut beraten bist, [geschwärzt] bei diesen Verfahren möglichst herauszuhalten, bzw. ihm da keinen Einfluss zu geben. Er ist ein linker Antisemit, der schon lange unsere Politik in der Kulturverwaltung sabotiert.

    Es dürfen jetzt keine neuen Hürden, Schikanen oder Verzögerungen in das Projekt kommen. Letzte Woche sagtest Du mir, mit meinem Schreiben hast Du alle erforderlichen Informationen, um die Anträge zu bewilligen. Wenn Du doch noch weitere Informationen benötigst, sage gerne Bescheid, aber sorge bitte dafür, dass das in Deiner Verwaltung nicht weiter sabotiert wird.

    Merci und viele liebe Grüße, [geschwärzt]

    Goiny,

  4. (…) Ich habe gerade das mit dem 10% mit Olli und [geschwärzt] besprochen, das ist die LHO Vorgabe. Wir können uns aber drüber hinweg setzen, was wir hiermit tun werden. Herzlich Sarah.

    Sehr gerne! Ich habe gerade das mit dem 10% mit Olli und [geschwärzt] besprochen, das ist die LHO Vorgabe. Wir können uns aber drüber hinweg setzen, was wir hiermit tun werden.

    Herzlich, Sarah.

    Wedl-Wilson,

Senatorin Wedl-Wilson übergeht offenbar also bewusst die Landeshaushaltsordnung. Diesen Auftrag gibt sie direkt an die Verwaltung weiter. Die Projekte sollen trotz fehlender Eigenmittel finanziert werden „aufgrund der hohen politischen Wichtigkeit dieser Projekte aus der Koalition“. Das zeigt eine E-Mail, die wir bereits veröffentlicht haben. 

Die Nachrichten gehen weiter. Es geht Goiny nicht schnell genug. Er schickt wieder eine lange Nachricht. Und Wedl-Wilson antwortet, dass man zumindest jetzt konform der Landeshaushaltsordnung arbeiten müsse. 

Fr, 30.05.2025

  1. (…) Wir sind jetzt an einem Punkt, wo jeder Tag Deiner Nicht Entscheidungen anfängt, öffentlich nicht mehr zu verbergenden politischen Schaden anzurichten. Und das geht kommende Woche so weiter. Das wird dann in den kommenden Wochen ein guter Start in Deine Amtszeit… Ich schreibe Dir das fairerweise nur, damit Du hinterher nicht sagst, diese Dimension hättest Du nicht überblickt. Viele liebe Grüße

    Liebe Sarah! Ich möchte Dich darauf aufmerksam machen, dass, wenn das Marlene Projekt, dass ja auch seit Wochen auf die Bewilligung wartet und wo ha erforderlichen Unterlagen vorliegen, heute keine Bewilligung bekommt, es dann nicht wie geplant im Juni stattfinden kann. Das wäre in doppelter Hinsicht sehr ärgerlich und dürfte zu größerem Arger führen: zum einen, weil es das erste unserer Antisemitismus Projekte wäre, welches durch Deine Nicht Entscheidungen in dem anvisierten Zeitraum nicht stattfinden kann und zweitens, weil es i m Zusammenhang mit der Dokumentale stattfinden soll, eine von der Senatskanzlei und vom CdS besonders unterstütztes Dokumentarfilm Festival, hinter dem auch die Opposition steht. Das dürfte dann in jedem Fall auch im Parlament Ärger geben. Wir sind jetzt an einem Punkt, wo jeder Tag Deiner Nicht Entscheidungen anfängt, öffentlich nicht mehr zu verbergenden politischen Schaden anzurichten. Und das geht kommende Woche so weiter. Das wird dann in den kommenden Wochen ein guter Start in Deine Amtszeit… Ich schreibe Dir das fairerweise nur, damit Du hinterher nicht sagst, diese Dimension hättest Du nicht überblickt. Viele liebe Grüße, [geschwärzt]


    Goiny,

  2. Sprachanruf
    unbeantwortet


    Wedl-Wilson,

  1. (…) Ich bin bemüht, schnellstmöglich zu den jeweiligen Bescheiden zu kommen, sie werden in der Sekunde von mir abgezeichnet, in der sie fertiggestellt werde . Die Mitarbeiter spüren den Druck und das neue Tempo. Nochmals zum Verständnis: die eingereichten Unterlagen sind alle unterschiedlich – weil kein einheitliches Antragsverfahren – und müssen in den Bescheid gegossen werden, damit wir wenigstens hier LHO konform arbeiten. Wir schütten öffentliche Mittel aus. (…)

    Lieb [geschwärzt],

    Checke ich sofort.

    Ich bin bemüht, schnellstmöglich zu den jeweiligen Bescheiden zu kommen, sie werden in der Sekunde von mir abgezeichnet, in der sie fertiggestellt werde .

    Die Mitarbeiter spüren den Druck und das neue Tempo.

    Nochmals zum Verständnis: die eingereichten Unterlagen sind alle unterschiedlich – weil kein einheitliches Antragsverfahren – und müssen in den Bescheid gegossen werden, damit wir wenigstens hier LHO konform arbeiten. Wir schütten öffentliche Mittel aus. Wir haben auf das jurierte Verfahren verzichtet, das hat meine volle Unterstützung, wir erstellen jetzt die Unterlagen für die Bewilligung.

    Ich versuche seit einer Woche aufzuholen, was 5 Monate versäumt wurde und bin gut dabei.

    Bitte den Ton etwas zu mässigen, das haben wir beide nicht nötig: wir wollen dasselbe.

    Herzlich,

    Sarah


    Wedl-Wilson,

Goinys Nachrichten an die Senatorin wechseln ständig zwischen Zuspruch und Diskreditierung.

Mo, 02.06.2025

  1. (…) Das muss jetzt wirklich mal voran gehen. Du bist jetzt fast 3 Wochen zuständig und wir sind immer noch nicht weiter, weil deine Verwaltung Dich hinhält. (…) Mit jedem Tag verblasst die Erfolgsstory immer mehr und die Kritik wird immer lauter. Ich kann das niemandem mehr vermitteln. (…) Also bitte, jetzt entscheiden! Viele liebe Grüße

    Liebe Sarah! Wenn das stimmt, dass Ihr jetzt an den Anträgen dran seid, dann stellt sich allerdings die Frage, warum gerade die großen und strategischen Projekte noch nichts von der Verwaltung gehört haben. Ich möchte dann Dich darum bitten, dass morgen zumindest die Dinge angefragt werden, die aus Sicht der Verwaltung noch fehlen! Dann kann das schnell aufgeliefert werden, soweit das wirklich erforderlich ist. Das muss jetzt wirklich mal voran gehen. Du bist jetzt fast 3 Wochen zuständig und wir sind immer noch nicht weiter, weil Deine Verwaltung Dich hinhält. Heute sind wir wieder nicht wirklich voran gekommen…

    Mit jedem Tag verblasst die Erfolgsstory immer mehr und die Kritik wird immer lauter. Ich kann das niemandem mehr vermitteln. Ich bekomme täglich verzweifelte und zunehmend irritierte Nachfragen, ob das Thema der neuen Senatorin wirklich wichtig ist… Wenn da nicht morgen und übermorgen Taten folgen, weiß ich auch nicht mehr, was ich denen erzählen soll, zumal trotz mehrfacher Nachfragen bei jedem Projekt nicht beantwortet werden kann, was konkret fehlt… Also bitte, jetzt entscheiden! Viele liebe Grüße [geschwärzt]

    Goiny,

  2. (…) du hast heute im am Rande des Kulturausschusses mitbekommen, in welcher Diskussion ich mit Oli dazu stehe – jeden Tag. Mehrfach frage ich nach, mache Druck und bekomme nur kleckerweise die Bescheide. (…) Ich werde [geschwärzt] morgen beauftragen, so lange an den Projektbescheiden zu bleiben, bis sie alle abgezeichnet werden können. Ich stehe jederzeit mit dem grünen Stift bereit! Und unterstütze es auch. Herzlich, Sarah.

    Lieb [geschwärzt],

    du hast heute im a m Rande des Kulturausschusses mitbekommen, in welcher Diskussionen ich mit Oli dazu stehe – jeden Tag. Mehrfach frage ich nach, mache Druck, und bekomme nur kleckerweise die Bescheide. Wir haben letzte Woche das große Thema mit Rabbiner Teichtal verabschiedet, das ist schon mal sehr gut.

    Das nächste Thema sind die Verabschiedung von allen diesen Projekten.

    Ich werde [geschwärzt] morgen beauftragen, so lang an den Projektenbescheiden zu bleiben, bis sie alle abgezeichnet werden können. Ich steh jederzeit mit meinem grünen Stift bereit! Und unterstütze auch.

    Herzlich, Sarah

    Wedl-Wilson,

Der Tagesspiegel stellt im Laufe seiner Recherche Anfragen nach dem Landespressegesetz an den Kultursenat. Aus der Verwaltung wird die Pressestelle darauf hingewiesen, dass „unter keinen Umständen geantwortet werden“ darf, dass „die MdAs [Anm.: Abgeordnete] die Projekte bestimmt“ haben. Die Pressestelle hat dazu mit Goiny telefoniert, wie aus den Chats hervor geht. Und er fordert Wedl-Wilson dazu auf, sich über die „ausgedachten Formalitäten“, wie er es nennt, hinwegzusetzen. 

Di, 03.06.2025

  1. Liebe Sarah! Habe mit Deiner Pressestelle telefoniert. (…) Ehrlich gesagt, setzen Sie darauf, dass Du denen das glaubst und Du kein Machtwort sprichst und Dich über diese ausgedachten Formalitäten hinwegsetzt. (…)

    Liebe Sarah! Habe mit Deiner Pressestelle telefoniert. Es ist ja das, was ich die ganze Zeit sage, keiner versteht mehr, warum die Projekte nicht entschieden werden… Und natürlich könnte man mit unseren Projekten glänzen, wenn man sie denn veröffentlichen könnte. Die Verwaltung hat due Bearbeitung aber seit Monaten blockiert. Im Gegenzug wurden die Jury-Projekte schnell entschieden, um der Union zu zeigen, dass man unser Vorgehen nicht will. Die Jury war auch sehr problematisch zusammengesetzt. Unsere Vorschläge wurden von Oli ignoriert. Oli taucht immer weg, wenn es gilt Verantwortung zu übernehmen. Erst hat er sich hinter seiner Verwaltung versteckt, dann hat er Joe verantwortlich gemacht und jetzt schiebt er es auf Dich. Dabei hat seine Abteilungsleiterin schon im April zugesagt, dass die Projekte jetzt so beschieden werden, wie sie vorliegen. Da war von weiterer Prüfung keine Rede. Jetzt erzählen sie Dir, was alles unbedingt noch angefordert werden muss, damit sie den Bescheid erstellen können. Ehrlich gesagt, setzen Sie darauf, dass Du denen das glaubst und Du kein Machtwort sprichst und Dich über diese ausgedachten Formalitäten hinwegsetzt. Damit feiern die Linken in Deiner Verwaltung einen weiteren Erfolg, weil sie unsere Projekte verzögern oder vielleicht ganz zu nichte machen und dabei gleichzeitig die neue Senatorin als entscheidungsschwach hinstellen, die dann dafür auch zunehmend in der Öffentlichkeit und im Parlament angezählt wird. Damit wird unser Erfolg in Sachen Antisemitismus Bekämpfung auch im zweiten Jahr zu nichte gemacht, weil wir nur in der Defensive sind und die proisraelische Community erst über Joe und jetzt über Dich den Kopf schüttelt. Da hilft auch nach Monaten die Lösung mit Teichtal nicht hinweg, weil ha bisher alle anderen leer ausgehen… Viele liebe Grüße, [geschwärzt]

    Goiny,

  2. Genau. Und ich muss jezzt durch dieses Dickicht den richtigen Weg finden. (…)

    Genau. Und ich muss jezzt durch dieses Dickicht den richtigen Weg finden.

    Ich frage gleich Stefan Evers, ob wir eine andere Lösung der Genehmigung haben. Sehe ihn und [geschwärzt] jetzt gleich!

    Wedl-Wilson,

  3. (…) Einfach Bescheide erstellen lassen und genehmigen. (…)

    Sehr gut! Einfach Bescheide erstellen lassen und genehmigen. Ggf dringend erforderliche Angaben heute und morgen nachfordern. Das Problem ist ja, dass zB Nova und Zera, aber auch andere noch gar nicht mitgeteilt bekommen haben, was denn angeblich fehlt. Deswegen können die auch nix aufliefern, was zu weiterem Zeitverzug führt… Da werden Dir aber Stefan und [geschwärzt] auch nicht helfen können…

    Goiny,

Anfang Juni 2025 veröffentlicht der Tagesspiegel seine Recherche, in der erstmals die 3,4 Millionen Euro für Projekte „von besonderer politischer Bedeutung“ thematisiert werden. Jetzt schaltet sich auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Dirk Stettner per WhatsApp ein. 

Mi, 04.06.2025

  1. Liebe Sarah, ob der leider zu erwartenden Berichterstattung erreichen mich natürlich viele Nachfragen. Kannst du mich kurz updaten, welche Projekte wann abgearbeitet werden / worden sind? Herzlichen Dank.

    Stettner,

Fr, 06.06.2025

  1. (…) Es wird auf Hochtouren gearbeitet: Es sind insgesamt 18 Projekte in dem Fraktionsticket von € 3,4 Mio. BMC von der Clubcommission hat einen Zuwendungsbescheid (90T€) erhalten. Das Projekt Marlene D. zeichne ich heute. Nova-Festival läuft, die Antragsteller liefern nächste Woche die notwendigen Dokumente, so dass die Zuwendung über €1,4 Mio beschieden werden kann. Alles andere prüfen gerade noch die Kulturprojekte für uns, damit wir richtige Tempo reinbekommen! Das war mit dem Referat trotz zweiwöchigen Riesendruck nicht zu erreichen. Herzlich, Sarah

    Lieber [geschwärzt],

    Es wird auf Hochtouren gearbeitet:

    Es sind insgesamt 18 Projekte in dem Fraktionsticket von € 3,4 Mio.

    BMC von der Clubcommission hat einen Zuwendungsbescheid (90T€) erhalten.

    Das Projekt Marlene D. zeichne ich heute.

    Nova-Festival läuft, die Antragsteller liefern nächste Woche die notwendigen Dokumente, so dass die Zuwendung über €1,4 Mio beschieden werden kann.

    Alles andere prüfen gerade noch die Kulturprojekte für uns, damit wir richtige Tempo reinbekommen! Das war mit dem Referat trotz zweiwöchigen Riesendruck nicht zu erreichen.

    Herzlich, Sarah

    Wedl-Wilson,

Dann ist ein paar Tage Ruhe – zumindest in den Chats. In der Verwaltung wird am 10. Juni 2025 eine E-Mail verschickt, dass mehrere Projekte nicht auf den Hinweis reagiert hätten, dass sie nicht ausreichend Eigenmittel zur Verfügung hätten. Ein Projekt, zu dem der Spiegel bereits recherchiert hat, habe geschrieben: „Nach Rücksprache mit der CDU-Fraktion wurde uns mitgeteilt, dass die Kürzung um 10% nicht vorgesehen ist.“ Daher soll der Antrag in „voller, ursprünglich beantragter Höhe“ bewilligt werden, also ohne Eigenmittel. Das fordert der Antragsteller.

Kurz darauf meldet sich der CDU-Fraktionsvorsitzende wieder bei der Senatorin. 

Di, 10.06.2025

  1. Liebe Sarah, ich weiß nicht, ob diese Informationen stimmen. Deswegen schreibe ich Dir, damit Du mir das Gegenteil schreiben kannst. Angeblich wurde Nova von Deiner Verwaltung mitgeteilt, dass sie als GmbH nicht gefördert werden können. (…) Diese Woche müssen alle Projekte genehmigt sein. Sonst kriege ich das nicht mehr gehalten. Herzliche Grüße

    Liebe Sarah, ich weiß nicht, ob diese Informationen stimmen. Deswegen schreibe ich Dir, damit Du mir das Gegenteil schreiben kannst. Angeblich wurde Nova von Deiner Verwaltung mitgeteilt, dass sie als GmbH nicht gefördert werden können. Alle anderen Projekte haben angeblich von der Verwaltung teilweise absurde Nachfragen bekommen. Bewilligt wurden angeblich bisher nur 2 Projekte, wo die Antragsteller keine Juden sind. Alle Projekte mit jüdischer bzw. israelischer Beteiligung seien systematisch sabotiert. Ich hoffe, dass stimmt nicht. Diese Woche müssen alle Projekte genehmigt sein. Sonst kriege ich das nicht mehr gehalten. Herzliche Grüße, [geschwärzt]

    Stettner,

  2. (…) Das Thema mit GmbHs hatten wir im Vorfeld besprochen (ist nicht üblich) aber dann aus meiner Sicht positiv abgeräumt. (…) Ich kämpfe täglich gegen die Windmühlen der Verwaltung, ohne Unterstützung vom Staatssekretär. (…)

    Lieber [geschwärzt], auch ich hoffe, dass das nicht stimmt und werde Morgen sofort nachfragen!

    Das Thema mit GmbHs hatten wir im Vorfeld besprochen (ist nicht üblich) aber dann aus meiner Sicht positiv abgeräumt. 2 Bescheide (BMC und Marlene) habe ich gezeichnet, die Kulturprojekte haben seit heute eine Mitarbeiterin abgestellt, die die Erfahrung mlt dem anderen Topf hat und das Tempo beschleunigen soll. Wir müssen nach LHO vorgehen, sonst kann ich nicht rechtssicher unterschreiben.

    Ich kämpfe täglich gegen die Windmühlen der Verwaltung, ohne Unterstützung vom Staatssekretär. Melde mich Morgenfrüh mit dem aktuellen Stand.

    Herzlich, Sarah

    Wedl-Wilson,

Ein Projekt, dass von Stettner eingereicht wurde, wird nicht genehmigt. Stettner und Wedl-Wilson telefonieren. Noch am selben Tag verschickt die Senatorin eine interne E-Mail und fügt ein weiteres Projekt zur Liste hinzu. Es sei ein Projekt des „Fraktionstickets“. 

Doch noch ein weiteres Projekt auf der Liste wird innerhalb der Verwaltung diskutiert. Vorrangig geht es um die formale Prüfung. Die Projektbeschreibung sei „deutlich hinter den üblichen Anforderungen zurück“. Die hohen Kosten, die für das Projekt veranschlagt wurden, seien daraus nicht erklärbar. Das entzürnt Goiny.

Mi, 18.06.2025

  1. Oli sabotiert die Ausfertigung, wo er nur kann. (…) Vielleicht kannst Du mit Kulturprojekte die Liste der Projekte mal durchgehen und schauen, wo wirklich was fehlt und dann tatsächlich einfach die Bescheide Dir vorlegen lassen und selbst entscheiden. Oli und seine Leute wollen offenbar lieber bockig Recht behalten und diese ungeliebten Projekte sabotieren, als dafür sorgen, dass Du in der Öffentlichkeit gut da stehst…

    Oli sabotiert die Ausfertigung, wo er nur kann. Inzwischen wird nachgefragt, wie viele Stühle oder SD Kabel gekauft werden sollen. Und dann wird angefordert, dass jeder Stuhl in der Tabelle in eine eigene Spalte eingetragen wird. Das ist alles Verzögerungstaktik, damit im Juni nicht entschieden werden kann und man dann den Projekten mitteilt, sie müssen ihre Kalkulation nochmal neu machen, weil es ja jetzt wieder ein Monat weniger ist. Am Ende beschädigen sie Dich…

    Daran haben Leute in Deiner Verwaltung offenbar ein Interesse.

    Es gibt bei den Projekten eigentlich keine wirklich relevanten Gründe, die gegen die Bewilligung sprechen…

    Vielleicht kannst Du mit Kulturprojekte die Liste der Projekte mal durchgehen und schauen, wo wirklich was fehlt und dann tatsächlich einfach die Bescheide Dir vorlegen lassen und selbst entscheiden. Oli und seine Leute wollen offenbar lieber bockig Recht behalten und diese ungeliebten Projekte sabotieren, als dafür sorgen, dass Du in der Öffentlichkeit gut da stehst…

    Goiny,

Mitarbeitende der Kulturverwaltung haben mittlerweile im Untersuchungsausschuss dazu ausgesagt, wie der Tagesspiegel berichtet. Sie seien erheblich unter Druck gesetzt worden. Eine seit 30 Jahren in der Berliner Verwaltung tätige Mitarbeiterin sagte aus, dass sie so etwas noch nicht erlebt habe. Ein Mitarbeiter von Senatorin Wedl-Wilson soll Betroffene massiv unter Druck gesetzt und eine „Überwachungsfunktion“ eingenommen haben. Das deckt sich mit den Chats: Wedl-Wilson nennt ihn darin ebenfalls und schreibt, er habe den “Rottweiler” in der Verwaltung gespielt – also vermutlich hart durchgegriffen.

Di, 24.06.2025

  1. Nur zur Info: ich habe gerade acht Bescheide gezeichnet 🙃😎💃

    Wedl-Wilson,

  2. Großartig! Herzlichen Dank für Deinen Einsatz und Deine Unterstützung! Das ist ein wichtiges Zeichen! Wir werden die Kultur in der Stadt mit Dir schon rocken! Und Saboteure müssen wir ins Abseits stellen! Viele liebe Grüße, Christian

    Goiny,

  3. 🙏🏻 [geschwärzt] hat den Rottweiler gespielt! 🙏🏻

    Wedl-Wilson,

Doch die Freude scheint nur von kurzer Dauer. Innerhalb der Verwaltung wird ein umfangreicher Vermerk zur Vergabe der Fördergelder erstellt. Darin wird detailliert auf mehreren Seiten aufgelistet, wer zu welchem Zeitpunkt worüber informiert wurde, welche Informationen fehlen und wer interveniert hat.

Die Projekte sind genehmigt, allerdings ist das Geld noch nicht da. Deshalb meldet sich wieder Goiny und fordert Wedl-Wilson auf, sie sollte personelle Konsequenzen ziehen. Er empfiehlt ihr, zu beantragen, dass Staatssekretär Oliver Friederici sowie Mitarbeitende der Kulturverwaltung entlassen werden. 

Di, 22.07.2025

  1. (…) Du musst in Deiner Verwaltung endlich durchgreifen und mit personellen Umstrukturierungen und ggf dienstrechtlichen Maß nehmen gegen diese Sabotage vorgehen. Ich halte es inzwischen auch für unumgänglich, beim Regierenden die Entlassung von Friederici zu beantragen, der Deine und unsere Arbeit ja inzwischen aktiv und vorsätzlich torpediert. (…)

    Liebe Sarah! Ich mache mir große Sorgen, dass Dir das ganze Thema Antisemitismus Projekte auf die Füße fällt. Du bist jetzt fast 2 Monate Senatorin und hast vor fast 3 Wochen auf unserer Klausurtagung erklärt, dass Du die Bescheide für die Antisemitismus Projekte unterzeichnet hast. Bis heute hat aber keines der Projekte auch nur einen Euro erhalten.

    Aus Sicht der Projekte ist bisher also immer noch nichts passiert! Wir können denen das nicht mehr erklären. Deine Glaubwürdigkeit leidet da gerade massiv. Die ersten überlegen bereits an die Presse zu gehen… Wenn diese Woche nicht endlich die Auszahlungen angewiesen werden, wird das ein sehr unschönes Sommer Theater…

    Und das bei einem unserer Flaggschiff Themen, dass dem Regierenden und der Fraktion sehr wichtig ist.

    Du musst in Deiner Verwaltung endlich durchgreifen und mit personellen Umstrukturierungen und ggf dienstrechtlichen Maß nehmen gegen diese Sabotage vorgehen. Ich halte es inzwischen auch für unumgänglich, beim Regierenden die Entlassung von Friederici zu beantragen, der Deine und unsere Arbeit ja inzwischen aktiv und vorsätzlich torpediert.

    Die Idee mit hat ja nicht funktioniert, weil er vor September offenbar gar nicht offiziell mit der Aufgabe betraut ist. So lange können wir auf keinen Fall wartend wird das Problem ohne Umstrukturierungen in der Verwaltung nicht lösen können. Ich bitte Dich, ganz höflich und dringend dieser unsäglichen Geschichte ein Ende zu setzen. Meine Unterstützung hast Du natürlich auf jeden Fall!

    Merci und viele liebe Grüße, [geschwärzt]

    Goiny,

  2. (…) Wir sind eine träge Behörde, [geschwärzt] und ich setzen ein Turbo gerade ran. Aber wir sind nicht in der Privatwirtschaft mit „hire & fire“! (…)

    Lieb [geschwärzt],Du wirst von [geschwärzt] wissen, dass wir gestern dazu ein konfliktreiches Gespräch mit Oli und Grosskurth geführt haben, [geschwärzt] ist heute bei der Finanzabteilung zur Klärung des Zeitplans der Auszahlungen.

    Wir sind eine träge Behörde, [geschwärzt] und ich setzen ein Turbo gerade dran.

    Aber wir sind nicht in der Privatwirtschaft mit „hire & fire“!

    Herzliche Grüsse aus der Senatssitzung,

    Sarah

    Wedl-Wilson,

  3. (…) Leider wirst Du ohne personelle Umstrukturierung Dein Haus nicht in den Griff bekommen. Das Problem ist auch nicht eine träge Verwaltung, sondern der Umstand, dass die bestimmten Mitarbeiter der Verwaltung gerade lernen, dass sie so mit Dir umgehen können und zwar folgenlos. Das macht Dich aus Sicht der Verwaltung durchsetzungsschwach und die lernen, dass die nur genügend Sand ins Getriebe streuen müssen und schon läuft Deine Politik ins Leere (…) Momentan ist doch jedenfalls völlig unklar, wann die Auszahlungen erfolgen. Du musst das dienstlich anweisen, mit Fristsetzung. Wenn die Mitarbeiter dem nicht folge leisten, geht es nicht ohne dienstrechtliche Maßnahmen. Wenn Du das nicht machst, haben die Saboteure in der Verwaltung gewonnen… (…)

    Liebe Sarah! Vielen Dank für Deine schnelle Antwort! Leider wirst Du ohne personelle Umstrukturierungen Dein Haus nicht in den Griff bekommen. Das Problem ist auch nicht eine träge Verwaltung, sondern der Umstand, dass die bestimmten Mitarbeiter der Verwaltung gerade lernen, dass sie so mit Dir umgehen können und zwar folgenlos. Das macht Dich aus Sicht der Verwaltung durchsetzungsschwach und die lernen, dass die nur genügend Sand ins Getriebe streuen müssen und schon läuft Deine Politik ins Leere.

    Und Du kannst auch nicht alles auf [geschwärzt] abwälzen, zumal wahrscheinlich zu Recht gefragt wird, welche dienstliche Autorität er gerade hat.

    Das öffentliche Dienstrecht sieht dafür auch ausdrücklich Maßnahmen vor. Man muss also nicht auf die Privatwirtschaft verweisen, wo es ja übrigens auch Regeln gibt.

    Im Falle der Weigerung dienstlichen Anweisungen Folge zu leisten oder gar bei der aktiven Verhinderung von Maßnahmen, die von der Hausleitung angeordnet sind, ist aber natürlich im öffentlichen Dienst, ganz regulär und rechtlich zulässig, die Versetzung von Mitarbeitern möglich. So haben andere Senatsverwaltungen auch bereits agiert. Hilfestellung dazu bekommst Du von der Finanz und Justiz Verwaltung und von der Senatskanzlei. Momentan ist doch jedenfalls völlig unklar, wann die Auszahlungen erfolgen. Du musst das dienstlich anweisen, mit Fristsetzung. Wenn die Mitarbeiter dem nicht folge leisten, geht es nicht ohne dienstrechtliche Maßnahmen. Wenn Du das nicht machst, haben die Saboteure in der Verwaltung gewonnen… Viel Erfolg in der Senats Sitzung! Viele liebe Grüße, [geschwärzt]

    Goiny,

  4. (…) Danke für deine Anmerkungen, wir haben eine unterschiedliche Sichtweise, was genau in der Führung zielführend und sinnvoll ist, auch aus unserer ganz unterschiedlicher Erfahrung und Herkunft stammend. Dies zu poolen ist ein hohes Gut.

    Genau das passiert gerade mit unserer Finanzabteilung – wir haben eine Liste mit den Zahlungszielen in Arbeit. [geschwärzt] hat dafür die Beauftragung.

    Danke für deine Anmerkungen, wir haben eine unterschiedliche Sichtweise, was genau in der Führung zielführend und sinnvoll ist, auch aus unserer ganz unterschiedlicher Erfahrung und Herkunft stammend. Dies zu poolen ist ein hohes Gut.

    Wedl-Wilson,

→ Hier geht es zu den Chats
→ Hier geht es zur Anfrage
→ Hier geht es zu den gesamten Akten zur Berliner Fördergeldaffäre 
→ Hier geht es zum Bericht der Antikorruptionsbeauftragten

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